Sie sölln mol mänen Söhn sehn

11.04.2002
  Gestärkt durch die sächsische Braukunst vom Vorabend wollen wir die heutige Etappe etwas ruhiger angehen. Während Tobi draußen ungeduldig mit seinem bepackten Fahrrad auf und ab fährt, verabschiede ich mich bei Frau Wetzl, der Vermieterin, die gerade einen andere Gast bedient.

Gast (mit Blick zu mir): "Ooh, wohl middäm Fahrrad ündorwägs? Bäi däm Wäddor? Sie sölln mol mänen Söhn sehn, der Verrückte. Gestorn rief ör mich ön ünd orzählde mior, ör säi middäm Moundainbike von Dresden über Meißen nach Reisa und zurüg insgesamt 160 Kilomädor gforn."

Ich (das Wechselgeld kontrollierend): "Ähh..."
Fr. Wetzl: (fällt mir ins Wort): "Die beiden jungen Männer wollen heute Richtung Dresden aufbrechen."

Gast: "Nü jo, der schöine Elberadweg. Vornünftig. Die Strägge bin`sch midd mäiner Frau auch schonemol gforn."

Während ich mir meine Jacke zuknöpfe und mich auf meinen Drahtesel schwingen will...

Gast: "Nöh, da wünsch ich Ihne noch äi poor schäine Dooge an dor Elbe. Wö söllsn nü überhaupt hinnegäin?"

Ich: "Nach Neuseeland."

Tobi und ich winken noch ein letztes Mal und rollen den Berg hinab Richtung Elberadweg.

Sebastian